Meinders Plaatse

 

Der älteste Bauernhof von Weenermoor wird auch "Meinders Plaatse" genannt. Namensgeber und Bauherr war der ehemalige Kirchvogt Johannes Lucas Meinders, der den Hof etwa um das Jahr 1833 erwarb und grundlegend ausbauen ließ. Dabei fanden Steine und Holz Verwendung, die aus der wenige Jahre zuvor abgebrochenen zweiten Kirche von Weenermoor stammen.

 

Der ursprüngliche Hof war jedoch noch älter. Das Vorderhaus wurde wahrscheinlich in den Jahren 1657/58 im Stil eines ostfriesischen Steinhauses erbaut. Später wurde der Hof unter Denkmalschutz gestellt. Die Landwirtschaft wurde dort noch bis zum Jahr 2001 betrieben.

 

„Meinders Plaatse“, erbaut etwa 1657/58

 

Nach der Holz- und Steinanalyse im ältesten Hof von Weenermoor, der "Meinders Plaatse", durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege im Jahr 1999 beschloß der Verein, auch eine Bronzetafel am Hof aufzustellen. Ziel war es, vor allem die vielen Fahrradtouristen, aber auch andere Besucher auf den sehenswerten Hof hinzuweisen. Die Tafel sollte im folgenden Jahr auf einem Findling angebracht werden.

 

Im Archiv der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse in Aurich

1 ½ Zentner Bücher wurden durchgesehen, um zu erfahren, daß das älteste Gebäude von Weenermoor zum ersten Mal im Jahr 1767 versichert gewesen war.

Von links: Herr Dr. Glänzer aus Hannover vom Amt für Kultur und Denkmalpflege,
Frau Annita Gelder, Archivar Herr van der Hüls

 

Herbst 1999 – Besprechung der Aufschrift auf den Tafeln

Herr Hermann Aikens hat alte Dokumente von „Meinders Plaatse“ übersetzt.

Von links: Frau Gelder, Herr Weber, Herr Smidt, Herr Hoek†, Herr Aikens, Herr Wulf

 

Nach längerer Suche wurde uns schließlich ein passender Stein vom Bauunternehmen Hermann Jansen aus Aschendorf geschenkt und am 10.11.1999 aufgestellt. Dazu sangen die Kinder der Grundschule Möhlenwarf Martinilieder.

 

Der von der Firma Herman Jansen aus Aschendorf gespendete Findling wurde nach Weenermoor zur „Meinders Plaatse“ transportiert.

Von links: Sigrid Hertema, Broer Wübbena-Mecima, Fokko Hertema, Diedrich Swalve†, Hermann Weber,
Uwe Bernhard†, Johann Smidt, Hermann Jansen, Bürgermeister Peter Freesemann (Weener),
 Johann Berends† (Ortsvorsteher Beschotenweg), Jürgen Smidt.

 

Kinder der Grundschule Möhlenwarf sangen bei der Einweihung der Bronzetafel bei „Meinders Plaatse“ Martinilieder

 

Die Flötengruppe sorgte für musikalische Untermalung des Programms

 

 

 

Die neue Bronzetafel vor „Meinders Plaatse“ wurde offiziell am 23. März 2000 enthüllt. Neben den Ansprachen des Bürgermeisters und des Ortsvorstehers erläuterte Herr Dr. Glänzer vom Amt für Kultur- und Denkmalpflege Hannover den zahlreichen Zuschauern die Geschichte des Hauses.

 

Die Bronzetafel am 23. März 2000

 

Der Text der Bronzetafel lautete:

 

 

 

"Meinders Plaatse"

 

Ältestes Bauernhaus

 in der letzten Weenermoorer Siedlungsreihe,

 150 Jahre bis 1983 im Besitz des Kirchvogtes

Johannes Lucas Meinders und seiner Nachkommen,

1983 Erwerb und Renovierung durch

die Familie Jürgen Smidt.

 

Vorderhaus in der Tradition des ostfriesischen

Steinhauses (Stins) laut Jahresringdatierung von

Dachwerk und Kellerbalken kurz nach 1657/58 erbaut,

untere Teile des Mauerwerks älter oder aus älteren

Backsteinen (Klosterformat). Tiefgreifender Umbau in

der bis heute erhaltenen Form 1. Hälfte 19. Jahrhundert.

Golfscheune in Ankerbalkenkonstruktion

(döörstaken wark).

 

Heimatkundlicher Arbeitskreis 2000

 

 

 

 

Offizielle Enthüllung der Bronzetafel durch Bürgermeister Peter Freesemann (Weener)

 

Besonderer Dank gilt den Steinmetzbetrieben Uwe Bernhard sen. und jun. in Weener und Leer für die tatkräftige Unterstützung.

 

 

Eine neue Tafel

 

Im Jahr 2001 wurde der Hof verkauft. Im Zuge dessen erfuhr der ehemalige Bauernhof eine grundlegende Erneuerung und Renovierung und präsentiert sich jetzt neu. Aufgrund vieler Verwechslungen schlugen die neuen Eigentümer der "Meinders Plaatse", Frau Dr. Birgitt Knust und Herr Holger Surendorf, eine Änderung der bestehenden Bronzetafel vor, da die dort angegebenen Namen nicht mehr mit den aktuellen Eigentumsverhältnissen übereinstimmten. Die Tafel sollte zweigeteilt werden: Im oberen Teil sollte die Geschichte des Hauses dargestellt und im unteren Teil die neuen Eigentümer genannt werden. Im Fall eines Wechsels der Besitzverhältnisse könnte der untere Teil ausgetauscht werden.

 

Der Verein hat in der Jahreshauptversammlung diesem Vorschlag zugestimmt. Daher entschloß man sich 2003 für die Neuanschaffung einer zweigeteilten Tafel.

 

Die neuen Tafeln befinden sich an der Einfahrt zur „Meinders Plaatse“. Der ehemalige Bauernhof ist nicht zu besichtigen.

 

  

Die neue zweigeteilte Tafel im Jahr 2004

 

 

Der Text der oberen Bronzetafel lautet:

 

 

 

"Meinders Plaatse"

 

Ältestes Bauernhaus in der letzten Weenermoorer Siedlungsreihe.

Laut Jahresringdatierung von Dachwerk und Kellerbalken wurde

das Vorderhaus in der Tradition des ostfriesischen Steinhauses (Stins)

kurz nach 1657/58 erbaut, untere Teile des Mauerwerks

sind älter oder aus älteren Backsteinen (Klosterformat).

Tiefgreifender Umbau in der bis heute erhaltenen Form erfolgte

in der 1. Hälfte 19. Jahrhunderts.

Golfscheune in der Ankerbalkenkonstruktion (döörstaken wark).

 

 

 

 

 

Der Text der unteren Bronzetafel lautet:

 

 

 

 

150 Jahre bis 1983 im Besitz des Kirchvogtes Johannes Lucas Meinders

und seiner Nachkommen, 1983 Erwerb und Renovierung durch

die Familie Jürgen Smidt. 2001 Erwerb und umfangreiche Renovierung

durch das Ehepaar Holger Surendorf und Dr. Birgitt Knust.

 

Heimatkundlicher Arbeitskreis 2004