Das Alte Spritzenhaus

 

„Oll Sprützenhuus“

 

Das alte Spritzenhaus wurde wahrscheinlich in den Jahren 1929/30 in Eigenleistung gebaut. Eine genaue Datierung kann jedoch nicht angegeben werden. Die Freiwillige Feuerwehr Weenermoor war zuvor aus der ehemaligen Pflichtfeuerwehr der Gemeinde Weenermoor hervorgegangen und am 16. Oktober 1929 neu gegründet worden. Das Haus beherbergte bis zur Übergabe einer neuen Motorspritze im Jahre 1955 die alte Handdruckspritze der Pflichtfeuerwehr von 1896. Die alte Handdruckspritze ist danach verschrottet worden.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Weenermoor
vor dem Spritzenhaus 1954

Übergabe der neuen Motorspritze 1955
an die Freiwillige Feuerwehr Weenermoor

 

Mit der Vergrößerung der Feuerwehr und dem Bau des neuen Feuerwehrhauses in Weenermoor im Jahre 1969 verlor das alte Häuschen zunehmend an Bedeutung. Über Jahre hinweg wurde es noch als Lagerschuppen genutzt und verfiel. Es wurde oft über eine Sanierung und eine Instandsetzung gesprochen, doch nichts wurde getan.

 

Vorschlag für eine Erneuerung
Das Dach sollte steiler werden
Vorschlag für eine Erneuerung
mit Glastür und Türbogen
Aufmaß des Spritzenhauses
in seiner alten Form
Aufmaß des Spritzenhauses
in seiner alten Form

 

Nach der Veröffentlichung der "Dorfchronik Weenermoor-Möhlenwarf-Beschotenweg" im Jahr 1993 schlug man vor, das Spritzenhaus zu renovieren und vor dem Verfall zu retten. Es wurde vom örtlichen Bauunternehmen Alberts ein Angebot eingeholt, um die Kosten einer Renovierung abzuschätzen. Danach sollte die Renovierung mit möglichst viel Eigenleistung erfolgen.

 

Die Bestandsaufnahme fiel ernüchternd aus. Das alte Spritzenhaus bestand größtenteils aus Steinen verschiedener Sorte und dazu noch in zweiter oder sogar dritter Wahl. Das Dach hatte man in den 1950er Jahren mit astbesthaltigen Eternitplatten eingedeckt, die teuer entsorgt werden mußten. Die Türhalterungen und der Türsturz aus Eisen waren derart rostig, daß sie die Steine förmlich weggesprengt hatten. Keiner der interessierten Bürger war bereit, persönlich für dieses finanzielle Risiko einzutreten.

 

Das Spritzenhaus im Jahr 1992

 

Das Spritzenhaus im Herbst 1996

 

Risse in den Wänden und Fensterstürzen Dach, Tür und Türsturz sind verfallen

 

Mit der Gründung des Heimatkundlichen Arbeitskreises e. V. 1995 kam dann das alte Spritzenhaus erneut ins Gespräch. Es bestand zum ersten Mal eine realistische Chance, das alte Gebäude zu retten, zumal der Landkreis Leer (auf dessen Grundstück das Gebäude steht) und die Stadt Weener (als zuständige Stelle für die Feuerwehr) mit einer Verlegung um sechs Meter nach hinten und dem damit verbundenen Wiederaufbau einverstanden waren.

 

Das Spritzenhaus kurz vor dem Abriß 1996

Man beachte den geringen Abstand zur Kreisstraße

 

Das Spritzenhaus in seiner heutigen Form ist ein Nachbau des ursprünglichen Hauses, das im Herbst 1996 abgerissen wurde.

 

 

Abbruch des Spritzenhauses 1996

 

Beginn der Abbrucharbeiten – Das Säubern der alten Steine
Von links: Albrecht Alberts†, Annita Gelder, Andy Yzer,
 Jan-Helmut Jans, Peter Janssen

Von links: Bajo Rubien, Ewald Schmidt, Jürgen Smidt, Peter Janssen

 

 

Das ursprüngliche Spritzenhaus, stand nur einen Meter (siehe Fotos oben) von der stark befahrenen Kreisstraße entfernt und war demnach Planungen zur Erneuerung der Straße mit einem künftigen Radweg sowie der Neuverlegung der Kanalisation in unserer Ortschaft im Wege. Um es wenigstens als Bestandteil des Ortsbildes zu erhalten, wurde der Wiederaufbau geplant.

 

 

Grundsteinlegung am 27.02.1997

 

Vor den ehrenamtlichen Helfern, dem Stadtdirektor,
 dem Ortsvorsteher und der Presse hielt Frau Gelder
 die Rede zur Grundsteinlegung

 

Danach folgte die offizielle Grundsteinlegung.
 Der Behälter enthält Münzen und Zeitungen
 vom 27.02.1997

 

Von links: Peter Janssen, Jürgen Smidt, Stadtdirektor
 Peter Teichmann, Annita Gelder, Hermann Weber,
 Bajo Rubien, Ortsvorsteher Heinrich-Friedrich Holtkamp
Die Grundsteinlegung war die letzte offizielle
 Amtshandlung des Stadtdirektors Peter Teichmann
 

 

Der Abbruch des Gebäudes wurde am 09.11.1996 begonnen. Den Grundstein für den Wiederaufbau legte am 27.02.1997 Herr Peter Teichmann, der damit seine letzte Amtshandlung als Stadtdirektor ausführte. Am 23.07.1999 wurde das Spritzenhaus anläßlich des 70jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Weenermoor offiziell durch den stellvertretenden Bürgermeister Herrn Hako Haken als kleines Feuerwehrmuseum der Bevölkerung übergeben.

 

Das „Oll Sprützenhuus“ wurde durch die ehrenamtlichen Helfer des Heimatkundlichen Arbeitskreises und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr unter Aufsicht des Bauunternehmers Herrn Johann H. Alberts mit den alten Steinen wiederaufgebaut. Der Sandstein im Giebel ist ein Geschenk des Steinmetzbetriebes Uwe Bernhard in Weener und das Feuerwehrmotiv darin wurde von Markus Beitzel, einem Lehrling des Betriebes, als Gesellenstück angefertigt. Alle Materialien wurden von Spendengeldern finanziert.

 

 

Der Wiederaufbau 1997/98

 

Januar 1997
Das Fundament wurde gegossen.
 Die ersten Steine werden gesetzt

 

Die Steine des alten Spritzenhauses wurden
 gesäubert und wiederverwertet
Von links: Peter Janssen, Jürgen Smidt

 

April 1997

Jürgen Smidt, Johann Tempel, Peter Janssen

 

Mai 1997

Richtfest

 

Maurer Jürgen Smidt

 

Klasinus Kühlers

 

Von links: Annita Gelder, Wilhelm Yzer,
 Peter Janssen, Jürgen Smidt, Albrecht Alberts

 

Mauern des vorderen und hinteren Giebels
Maurer Jürgen Smidt und Fokko Hertema

 

Sommer 1997 - Der Rohbau steht
Im Vordergrund ist bereits die neue Kanalisation
 zu sehen, die ein Hauptgrund für den Abriß des
 alten Spritzenhauses war.

 

Von links: Annita Gelder, Peter Janssen, Fokko Hertema,
 Klasinus Kühlers, Jürgen Smidt
Vorne: Wilhelm Yzer, Swana Rubien, Elke Rubien
 

 

Vorbereitungen zur Eindeckung des Daches
Jürgen Smidt und Klasinus Kühlers

 

Das Dach wird gedeckt
Fokko Hertema, Albrecht Alberts
, Klasinus Kühlers

 

Herbst 1997
Letzte Arbeiten vor der Winterpause

 

Herbst 1997
Im Spritzenhaus ist der Giebelstein eingesetzt worden

 

Frühjahr 1998: Das Absäuern der Wände

Von links: Fokko Hertema, Diedrich Swalve†, Ludwig Smid, Klasinus Kühlers, Jürgen Smidt

 

Sommer 1998: Abschluß der Außenarbeiten

Von links: Siegfried Smidt, Richard Sanders, Jürgen Smidt, Annita Gelder, Gerrit Eissens, Gerrit Yzer

 

Spätsommer 1998

Der Vorplatz soll gepflastert werden

Paul Hilbrands, Albrecht Alberts†

 

Herbst 1998

Der Vorplatz ist fertig, die Türen und die

 Fenster wurden vorgestrichen

 

Frühjahr 1999

Die Türen und Fenster haben ihren letzten

 Anstrich erhalten - die Schilder nennen

alle beteiligten ehrenamtliche Helfer

 

Das Spritzenhaus ist fertig

Von links: Manfred Heitling, Jürgen Smidt,

 Albrecht Alberts†, Fokko Hertema

 

 

Geschmückt zum 70. Bestehen der

Freiwilligen Feuerwehr Weenermoor

am 23.07.1999

Im Januar 2002

Das neue Spritzenhaus in

anderen Farben

 

 

Die Mitwirkenden beim Abriß und Wiederaufbau waren:

 

 

Alberts, Albrecht

Rubien, Bajo

 

Alberts, Johann Heinrich (Bauunternehmer)

Rubien, Ubbo

 

Battermann, Fritz (Elektriker)

Sanders, Richard (Pflasterarbeiten)

 

Beekmann, Detlef

Schmidt, Ewald (Klempner)

 

Beekmann, Hartmut

Schmidt, Jeane

 

Beitzel, Markus

Schmidt, Mathias

 

Bernhard, Uwe (Steinmetz)

Schröder, Menno (Tischler)

 

Broek, Christian

Smid, Ludwig

 

Eissens, Gerrit

Smidt, Jürgen (Maurer)

 

Gelder, Annita

Smidt, Siegfried

 

Heitling, Manfred (Schmied)

Swalve, Diedrich

 

Hertema, Fokko

Tempel, Johann

 

Hilbrands, Paul

Weber, Hermann

 

Jans, Jan-Helmut

Yzer, Andy

 

Janssen, Peter

Yzer, Gerrit

 

Kühlers, Klasinus (Maler)

Yzer, Wilhelm

 

Oltrop, Jan

 

 

 Neben dem Spritzenhaus wurden eine Sitzbank und ein Blumenkübel aufgestellt. Als Schenkung erhielt der Verein von Herrn Johann Berends einen Fahnenmast, an dessen Spitze die ostfriesische Flagge weht. Heute beherbergt das Spritzenhaus eine kleine Sammlung historischer Feuerwehrgeräte und ist damit das kleinste Feuerwehrmuseum der Region. Zu sehen sind neben dem Feuerwehrgerätewagen zwei alte Motorpumpen, eine davon ist eine Leihgabe der Freiwilligen Feuerwehr Bunde, Heuthermometer, ein Brandstock, Fotos und viele andere Dinge. Zu besichtigen ist dieses Museum in jedem Sommer jeweils am Sonntag und an Feiertagen.

 

Offizielle Übergabe am 23.07.1999

Von links: Menno Schröder, Rudolf C. Hoek†, Jüriene Schröder,
 Hermann Weber (verdeckt), Jürgen Smidt,
1. stv. Bürgermeister Hako Haken, Fokko Hertema,
 Ortsvorsteher Heinrich-Friedrich Holtkamp, Annita Gelder




 

Die Freiwillige Feuerwehr Weenermoor ist angetreten

Von links: Albrecht Alberts† (ehem. Ortsbrandmeister),
 Friedel Rügge (Stadtbrandmeister), Reinhard Frieling†,
 Herbert Seite,  Gerrit Frey, Renhard Schoormann†,
 Anton Wübbena-Mecima jun., Fokko Hertema,
 Hans-Georg Duhm,  Markus Diddens,  Frank
Ostendorp, Ingo Janssen, Paul Hilbrands, Karl Jans,
 Garrelt Eckhoff†, Diedrich Reinders†
,
 Ernst Berends (Abschnittsleiter Süd),
 Gerhard Dekker (Ortsbrandmeister)

   

Ortsbrandmeister Gerhard Dekker
hält die Einweihungsrede

 

Der Ortsbrandmeister bläst
 das alte Signalhorn

 

Im historischen Einsatz

Fahrer Gerrit Yzer, dahinter Monno Janssen

 und Richard Sanders

 

Der alte Schlauchwagen bekommt

 ein neues Zuhause

 

 

 

 

Der als Gesellenstück von Markus Beitzel behauene
und vom Steinmetzbetrieb Uwe Bernhard gespendete Sandstein im Giebel.

Das Schild darüber wurde dem Verein von der Familie Jan-Hinrich Sanders geschenkt.

 

 

Von links: Ubbo Rubien, Jan Frey, Wübbo Gronewold, Karl Spekker, Fokko Hertema, Helmine Addens

 

 

Das Feuerwehrmuseum

 

Das Feuerwehrmuseum im Spritzenhaus
ist im Sommer jeden Sonntag geöffnet.
 
Die Besichtigung ist kostenlos.

 
Die Infotafel erklärt die Geschichte des Hauses
(Radwanderweg zu historischen Plätzen)
 
Alter Schlauchwagen
der Feuerwehr Weenermoor
 
Kleine Tragkraftspritze
Leihgabe der Ortsfeuerwehr Bunde
 
Tragkraftspritze von 1955
der Freiwilligen Feuerwehr Weenermoor
 

Neben den Heumeßsonden ist auch der Nachbau
 des Brandstockes von Sankt Georgiwold aus dem
 Jahr 1867 zu sehen.

Im Spritzenhaus sind auch Fotos von alten
 Handdruckspritzen ausgestellt